Sebastian Lobinger

Die Berge sind meine Heimat

Kletterparadies Innsbruck – KI

Habt ihr schon mal das größte Kletterzentrum der Welt erleben wollen? Wer sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen will, kann sich mit den folgenden Zeilen schon mal perfekt für das Erlebnis Innsbruck aufwärmen!

Kletterhallen haben wir in Österreich viele, aber nur wenige sind wirklich bemerkenswert. Viele haben ein interessantes Angebot. Vor allem Boulderhallen sprießen als großer Modesport aus dem Boden. Doch wer diesen Sport nicht nur als Folge eines Trends ausübt, sondern mit Begeisterung ein leidenschaftlicher Sportkletterer ist, möchte mehr als nur das Mainstreamangebot. Dafür müsst ihr nach Innsbruck.

Das Kletterzentrum Innsbruck hat den Anspruch die Hobbykletterer und den Profisport zu vereinen, um einerseits natürlich durch beides zu profitieren, aber auch eine Nähe zwischen den beiden Welten zu erzeugen, aus welcher beide noch etwas lernen können. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das funktioniert. Nirgendwo sonst kann man hautnah den Nationalteams und Profis dabei zusehen, wie sie trainieren, was sie anders machen, was sie besser machen, was sie eben zu den Menschen macht, die sie sind.

Kein Club Mate und Vanilla Chai Latte Verein

Im Gegensatz zu vielen neuen Boulderhallen, die auf den aktuellen Zug aufspringen wollen, konzentriert sich das KI (Kletterzentrum Innsbruck) aufs Wesentliche. Das Klettern und Bouldern steht im Vordergrund. Es läuft keine viel zu laute hippe Alternative Musik, es werden keine Jutebeutel im Shop verkauft und niemand erklärt dir, warum er oder sie das 5. Studium nach dem 1. Semester abgebrochen hat und jetzt Lebensberater wird. Das ist angenehm, denn wer sich auf den Sport konzentrieren will, der wird im KI eben nicht durch Ablenkungen gestört.

Bouldern – groß, kreativ, abwechslungsreich

Das KI ist keine reine Boulderhalle, daher haben sie weder den Anspruch die größte Boulderhalle zu sein, noch die ausgefallensten Ideen zu haben. Letzteres schaffen sie, ob gewollt oder ungewollt dennoch. Die Routensetzer haben Ahnung von der Materie, auch das merke ich in österreichischen Boulderhallen selten. Boulder sind vielseitig gemacht, sie können auf verschiedene Arten gelöst werden und für jeden, egal ob groß, klein, stark, schwach ist etwas dabei. Dass man die Schwierigkeitsgrade nicht eindeutig angibt, sondern in Farbskalen unterteilt halte ich für einen Fehler des KIs. Das ist absolut subjektiv und dieses System hat immens viele Anhänger und das will ich auch gar nicht kritisieren. Jedoch denke ich, dass man es sich mit einem „Schwierigkeitsrahmen“ etwas zu leicht gemacht hat. Man spart sich Routen genau zu bewerten, was den Arbeitsaufwand verringert. Viele Kletterer genießen das, da nicht jeder Boulder für jede/n gleich schwer oder leicht ist. Für mich ist es eher störend, da ich im Training oft Boulder probiere, die weit über meinem Level liegen und dann wiederrum Boulder schaffe und weder Kraft brauchte noch einen lehrreichen Effekt davongetragen habe. Die Crux an der Geschichte: Sie haben aber beide dieselbe Farbe. Das macht manchmal die Bouldersessions etwas müßig. Ansonsten sind die Boulder aber immer perfekt ausgearbeitet und gut durchdacht, nochmals großes Lob an das Personal!

Klettern – Endlose Möglichkeiten

Wer mit dem Bouldern nichts anfangen kann wird wohl in der riesigen Halle dennoch glücklich. Spätestens wenn man den Outdoorbereich entdeckt, welcher größer ist als so manche

Das ist nur ein Teil des Outdoorbereichs!

Kletterhallen, kann man dem Drang da mal hochzuklettern kaum noch widerstehen. Was die Routenauswahl betrifft, ist das KI dermaßen breit aufgestellt, dass ein Anfänger und ein Weltmeister gemeinsam an der gleichen Wand trainieren können. Routen von 4a (sehr leicht – Einsteigerfreundlich) bis 8c (extrem schwer – Profibereich) sind zu genüge vorhanden. Von jeder Schwierigkeit gibt es mehrere Routen in unterschiedlichem Stil. Soll es eine technische Platte sein, oder doch lieber der steile Überhang? Alles kein Problem, da man jede Herausforderung im Kletterzentrum Innsbruck finden und bewältigen kann. Und Platz ist definitiv genug. Vor allem im Sommer zählt das Zentrum mit dem zusätzlichen Outdoorbereich zu den größten der Welt und hat damit auch für alle immer eine passende Route. Wartezeiten ausgeschlossen, selbst wenn der Profibetrieb voll im Gange ist. Die steilen Überhänge sind ziemlich cool ausgelegt, auch hier merkt man, dass die Routensetzer absolute Profis sind und kreativ mit dem Überhang spielen und nicht nur einfach ein paar Griffe in die steile Wand geschraubt haben. Großes Gefällt mir dafür! Ein kleiner Schade-Punkt ist leider das fehlende Dach. Absolut kein Muss und auch hier teilen sich die Geschmäcker, aber viele kleinere Hallen bieten Dächer zum Klettern, das KI lässt diese Option aus. Man hat aber auch ohne einem Dach ohnehin genug zu tun.

Fazit – eine Halle für alle Kletterbegeisterten!

Eine wahnsinnig gut ausgestattete Halle, welche mit Vollprofis als Angestellte und Kunden arbeitet. Das merkt man mit dem ersten Schritt in die Halle. Egal ob Bouldern oder Klettern, Indoor oder Outdoor, auf Leistungsbasis oder zum Ausprobieren. Hier wird jeder aufgenommen und jeder wird seinen Spaß haben. Daher bin ich sicher, dass sich für alle Sportbegeisterten ein Besuch im Kletterzentrum Innsbruck lohnt.

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