Sebastian Lobinger

Die Berge sind meine Heimat

Hochschwab – übers G’hackte

Mitte Oktober ist meist die letzte Zeit für einen schneefreien Besuch auf dem Hochschwab. Der Hochschwab ist der höchste Gipfel in der Hochschwab-Gruppe, viele seiner Nachbargipfel können aber von der Aussicht und dem Aufstieg selbst durchaus mit dem Hauptgipfel mithalten. Unsere Tour verlief an einem Tag, natürlich ist eine Übernachtung am Schiestlhaus entspannter, kann ich auch absolut empfehlen.

Zusammenfassung:

Die Tour auf den Hochschwab über das Ghackte und dann weiter über die Häuslalm zurück zum Gasthof Bodenbauer ist eine anstrengende Tagestour, die auch auf zwei Tage aufgeteilt werden kann. Sie verbindet Wald- und Wanderwege mit versicherten Steigen. Etwas Trittsicherheit und viel Kondition ist Voraussetzung um diese Tour richtig genießen zu können.

Wegbeschreibung:

Wir starten beim Alpengasthof Bodenbauer, welcher nach Mariazell, in St. Ilgen weit in die Berge hinein, am Ende einer betonierten Straße zu finden ist. Eine Nächtigung dort ist wohl empfehlenswert, jedoch auch nicht ganz geschenkt. Vom Gasthof Bodenbauer geht es über eine Forststraße nicht lange zu einer Weggabelung. Diese werden wir bei unserer Rückkehr wiedererkennen. Wir halten uns rechts in Richtung des Hochschwabgipfel Wegweiser, angeschrieben mit 4:35 über das G’hackte. Ein Stück noch verfolgen wir die holprige Fortstraße und zweigen dann nach links auf einen Waldweg ab. Der Weg verläuft leicht steigend in Richtung der Hochschwab Felsaufbauten und biegt dann entlang der Felsen nach rechts ab. Leicht bergauf geht es auf schmalen unschwierigen Wegen, immer wieder durchqueren wir auch schöne Lichtungen mit Blicken zu den verschiedensten Gipfeln der Hochschwab-Gruppe. Nach einer Zeit des leichten bergauf und bergab durch das Trawiestal kommen wir in Schuttgelände an, welches wir bis zum Ende des Tals nicht mehr verlassen.

Bald biegen wir steil nach links hinauf ab und gewinnen rasch an ersten Höhenmetern. Hier bekommt man eine immer besser werdende Aussicht auf das umliegende Massiv. Nach ungefähr einer Stunde erreicht man eine Kreuzung, hier gibt es einerseits die Möglichkeit nach rechts, Richtung Voisthalerhütte oder auch dem Karlhochkogel abzubiegen oder auch, wie wir es tun werden, nach links zum G’hackten. Hier geht es nun über Ketten gesichert auf einer schmalen Stahltreppe eine steile Felsrinne nach oben. Hier halten wir uns länger auf, auch Staus können bei viel Betrieb vorkommen. Man kann mit etwas Trittsicherheit aber auf vollkommen auf den rechten versicherten Teil des Wegs verzichten und in die Mitte der Rinne ausweichen und in leichter Kraxelei (maximal einmal 1-) nach oben steigen. Wem es zu schwierig wird kann jederzeit problemlos wieder zur Versicherung greifen. Es lohnt sich des Öfteren, dem Felsen den Rücken zu kehren um die geniale Aussicht zu genießen. Hier kann es bei richtigem Wetter einmalige Eindrücke geben.

Nach einiger Zeit steigen wir aus dem versicherten Steig aus und gehen dann über felsiges Gelände unschwer bis zur Fleischer-Biwakschachtel. Weiter geht es nach rechts, wir gehen etwas flach und bergab bis wir dann gleich wieder ansteigend bis zum Gipfel des Hochschwabs steigen. Das lose Geröll kann jederzeit auch über die Wiese links und rechts daneben umgangen werden. Eine halbe Stunde nach der Biwakschachtel erreicht man nun den Gipfel mit brillanter Weitsicht. Oftmals kommt es am Hochschwab zu hartnäckigen Nebelfeldern. Aber vor allem an kühlen Herbsttagen stehen die Chancen gut, diese im Tal zurücklassen zu können. Mit Begeisterung können wir in jede Richtung fast endlos weit in die Ferne schauen und das umliegende Gebirge genießen. Für Bergjünglinge eignet sich am Gipfel eine tolle Infoscheibe mit umliegenden Bergen. Das große Gipfelkreuz mit dem großzügigen Gipfel lädt zur Rast ein.

Nach einer ausgiebigen Pause geht es auch wieder bergab. Anfangs über den gleichen Weg bis zur Biwakschachtel. Hier halten wir uns dann rechts zur Häuslalm. Angeschrieben ist der Weg hier mit Achtung: links geht es wieder zum G’hackten. Bei Nässe würde ich diesen Abstieg nicht empfehlen, außerdem kommt es oft zu Auseinandersetzungen mit Aufsteigern. Nach rechts führt uns der Weg gefühlt in eine endlose Wiesen- und Berglandschaft mit einer dauerhaft faszinierenden Aussicht. Es scheint, als würde sich die Umgebung mit jedem Meter wieder ein Stück weit verändern und sich verschönern. Ständige Blicke zum Hochwart, dem Beilstein, der Kräuterin und dem Hochkalter lassen uns die vielen Kilometer fast wieder vergessen. Gerade im Herbst sind viele Steinböcke unterwegs die man beim Spielen, Grasen und Kämpfen bestaunen kann. Diese von Grund auf friedlichen Tiere können einem schon mal den Weg versperren, hier ist manchmal auch Geduld gefragt.  Man wandert mehrere Stunden stetig leicht bergauf und wieder bergab und erkundet das gesamte Hochschwab Massiv. Wenn die Tage im Sommer noch länger sind, kann man hier gerne mehrere Stunden Pause machen und friedlich verweilen und die Natur und deren Geschöpfe bestaunen.

Für uns ging es jedoch recht rasch wieder bergab, da uns im späten Oktober schnell die Dunkelheit einholen kann. Damit erreichen wir auch recht bald die Hirschgrube, von welcher es nun etwas steiler bergab geht und es nur noch 250hm bis zur Häuslalm bergab. Diese werden sicher leider wieder etwas ziehen und deshalb heißt es hier: nicht die Geduld verlieren und stetig voranschreiten. Es geht immer weiter bis in die Latschen hinein und führt uns letztlich doch noch zur Hütte. Hier laden leider etwas teure Preise nicht zu einer ausgiebigen Rast ein. Dennoch ist der Anblick dieser schönen urigen Hütte sehr erfrischend.

Nach links biegen wir nun in Serpentinen weiter leicht absteigend Richtung Gasthof Bodenbauer ab. Erst durch Latschen und dann über einen Waldweg bringt uns dieser Weg, manchmal steil langsam aber sicher zur Straße. Diese führt uns zu einer Kreuzung, die wir bereits am frühen Morgen desselben Tages kennengelernt haben. Hier finden wir uns nach wenigen Schritten wieder beim Alpengasthof Bodenbauer wieder und können hier nochmal eine ausgiebige Rast genießen und auf unseren Erfolg des Tages zurückblicken.

Fazit: Bei dieser Tour kombiniert man unglaubliche Landschaften, weitläufige Wege, steile Steige, versicherte Passagen und tolle Hochebenen. Eine echte Empfehlung für alle, die lange Wanderungen gut wegstecken können.

Strecke: ca. 19 Kilometer, Höhendifferenz: ~1500 hm

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© 2019 Sebastian Lobinger

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